Seit Jahren wird das Ende des Passworts vorhergesagt. Trotzdem tippen wir täglich weiter unzählige Kombinationen aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen in Anmeldefelder. Ein Blick darauf, warum das so ist – und wohin die Entwicklung tatsächlich geht.
Kaum eine Sicherheitsmassnahme ist so etabliert und gleichzeitig so umstritten wie das klassische Passwort. Schon seit den frühen Tagen vernetzter Computersysteme dient das Passwort als erste Verteidigungslinie – und schon fast genauso lange wird kritisiert, dass es dieser Aufgabe eigentlich nicht mehr gewachsen ist. Warum hält sich das Passwort trotzdem so hartnäckig, und was bedeutet das für den Arbeitsalltag in Unternehmen?
Das Grundproblem von Passwörtern liegt nicht in der Technologie selbst, sondern in der Art, wie wir Menschen mit ihr umgehen. Ein komplexes, einzigartiges Passwort für jeden einzelnen Dienst zu erstellen und sich zu merken, ist für die meisten Menschen schlicht nicht praktikabel. Die Folge: Passwörter werden wiederverwendet, leicht abgewandelt oder so einfach gehalten, dass sie sich überhaupt merken lassen.
Genau dieses Verhalten macht Passwörter zu einem bevorzugten Angriffsziel: Wird ein Passwort bei einem Dienst kompromittiert, probieren Angreifer dieselbe Kombination häufig automatisiert bei zahlreichen anderen Diensten aus – ein Vorgehen, das als Credential Stuffing bekannt ist und erstaunlich oft erfolgreich bleibt, weil die Wiederverwendung von Passwörtern weit verbreitet ist.
Wenn die Schwächen doch so offensichtlich sind, stellt sich die Frage, warum Passwörter nicht längst verschwunden sind. Ein wesentlicher Grund liegt in der schieren Verbreitung: Praktisch jedes digitale System der letzten Jahrzehnte wurde rund um diese Logik aufgebaut. Eine vollständige Ablösung erfordert nicht nur neue Technologie, sondern auch eine Anpassung unzähliger bestehender Systeme, Gewohnheiten und Abläufe.
Hinzu kommt: Passwörter sind universell verständlich. Jede Person, unabhängig von technischem Vorwissen, weiss intuitiv, was ein Passwort ist und wie man es benutzt. Diese Niederschwelligkeit ist ein Vorteil, den neuere Verfahren erst noch einholen müssen.
Tatsächlich hat sich in den letzten Jahren einiges getan, auch wenn das Passwort als solches noch nicht verschwunden ist (dank Passwortmanager wurde der Sicherheitsaspekt von Passwörtern sogar noch etwas verbessert!). Die Kombination aus Passwort und einem zweiten Faktor – etwa einem Code aus einer App oder einer biometrischen Bestätigung – ist mittlerweile bei vielen Diensten Standard geworden und reduziert das Risiko erheblich, selbst wenn ein einzelnes Passwort kompromittiert wird.
Parallel dazu gewinnen sogenannte Passkeys an Bedeutung: ein Verfahren, das auf sogenannten kryptografischen Schlüsselpaaren statt auf gemerkten Zeichenfolgen basiert und die Anmeldung über das eigene Gerät bestätigt, etwa per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung. Grosse Technologieunternehmen unterstützen diesen Ansatz zunehmend, was die Verbreitung in den kommenden Jahren spürbar beschleunigen dürfte.
Mit unserem Passwort-Manager behalten Sie jederzeit die Kontrolle: Alle Zugangsdaten werden in einem gesicherten digitalen Tresor gespeichert, automatisch synchronisiert und können bei Bedarf auch durch starke, neue Passwörter ersetzt werden. Greifen Sie schnell und unkompliziert auf Ihre Passwörter zu, teilen Sie Zugänge sicher mit Mitarbeitenden und nutzen Sie den Service auf all Ihren Geräten.
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Für Unternehmen heisst das nicht, dass Passwörter von heute auf morgen verschwinden – es heisst eher, dass es sich lohnt, die Entwicklung im Blick zu behalten.
Wo zusätzliche Sicherheitsebenen wie eine Zwei-Faktor-Authentifizierung noch nicht zum Standard gehören, lohnt sich ein genauerer Blick auf den aktuellen Stand. Und langfristig wird die Frage relevant, wie ein Unternehmen den Übergang zu modernen Anmeldeverfahren gestalten möchte, sobald diese im Alltag praxistauglich werden.
Das Passwort ist also technisch betrachtet längst überholt – und bleibt trotzdem aus praktischen Gründen vorerst Teil unseres digitalen Alltags. Die eigentliche Entwicklung findet derzeit nicht in der Ablösung, sondern in der Ergänzung statt: durch zusätzliche Sicherheitsebenen, die aus einem schwachen System ein deutlich robusteres machen.
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